![]() |
|
|
|
|
|
|
Juni 2005: Von Lübeck gen OstenAuf entspannte Art und Weise sind wir mit zwei Ehepaaren von Fehmarn über Grömitz, Neustadt und Travemünde nach Lübeck gekommen (siehe auch Törnbericht "Zwei Paare auf dem Weg nach Lübeck"). Ab hier, von Lübeck, soll es nun mit neuer Crew nach Osten gehen. Entlang der Mecklenburg-Vorpommerschen Küste und abschließend wieder zurück nach Fehmarn. Getroffen haben sich drei alte Segelprüflings-Leidgenossen:
Tag 1: Dienstag, 28.6. - Los Geht's Gleich am Morgen stellt sich schon zu meinem Leidwesen heraus: Was habe ich getan? Eine Crew der Frühaufsteher zusammengestellt. Die wollen doch tatsächlich früh raus und segeln. Wo bleibt denn da der Urlaub? ;-) Die Steganlage im Stadthafen von Lübeck ist noch in Bau, sanitäre Anlagen werden vergeblich gesucht. Als WC steht uns das öffentliche WC gegenüber der Hauptstraße zur Verfügung. Dachten wir zumindest - nach unserer vorabendlichen Analyse. Leider ist es geschlossen. Also ab zum Bäcker gegenüber. Hier können wir uns für 50ct. frisch machen. Anschließend wird erst einmal gemütlich an Bord gefrühstückt. Dank der Frühaufsteher sind wir um 9:15 bereit zum Ablegen. Und schon geht es los, die Trave hinunter. Zunächst klappt es noch wunderbar unter Segeln, aber nach dem wir den Handelshafen passiert haben, passt die Windrichtung nicht mehr zu unserem Vorhaben und wir schalten die Unterwasser-Genua ein. Schließlich erreichen wir die Travemündung und damit auch die Enthüllung der Sandpyramiden, über deren Bedeutung wir auf unserem vorherigen Törn gerätselt hatten (s. auch: ).
Am Ende des sich lang hinstreckenden Weges durch die Wismarer Bucht sehen wir vor uns die Küstenlinie von Wismar. Man kann sehr deutlich erkennen, dass es sich nicht nur in der Vergangenheit um einen Handelshafen gehandelt hat. Auch heute ist Wismar noch immer ein Umschlagplatz. Vorbei an den ersten Industriegebäuden passieren wir bald auch den ersten Jachthafen.
Hier begrüßt uns eine Statue des alten Schwedenkönigs. In den Analen der Stadt wimmelt es nur so - wie übrigens in vielen Ostseeorten - von Eroberungen, wechselnden Besitztümern und Eigentumsansprüchen. So findet man den Schwedenkönig mit seiner für heutige Verhältnisse eher drolligen Löwenmaske überall in der Stadt. Die von mir vorgeschlagene Nachtstätte ist der Wasserwanderer Rastplatz
(ein kleiner Yachthafen mit
Schwimmstegen parallel zum alten Hafen). Sein Vorteil: Klein, neu, sauber, nett (inkl. nettem Hafenmeister) und direkt an
der Altstadt gelegen.
Nachteil: Im Industriehafen: Uns begrüßt der Lärm von einigen Kränen, die
Alteisen verladen - mit dem
entsprechenden Lärmpegel. Den Abend in Wismar verbringen wir völlig entspannt mit einer kurzen Stadtbesichtigung, einem Blick auf die Poler Kogge und einem leckeren und günstigen Abendessen. Zahlreiche Fotos von Wismar findet Ihr in den anderen Törnberichten, daher seien hier nur zwei "etwas andere" Motive eingebaut. Besonders interessant ist die "Künstlerbude" - wir haben jedoch nicht herausfinden können, wer sich solche gestalterischen Gedanken zu einem architektonischen Überbleibsel der ehemaligen DDR gemacht hat: Nach Stadtbummel, Koggenansicht und Abendessen machen wir uns auf den Weg zurück zum Yachthafen. Gegen den Abendhimmel erkennt man deutlich die industrielle Ausrichtung er Hafenanlage. Allen Betrachtern der Bilder sei aber gesagt: "Und schön ist es doch!", wie man auch unschwer bei den anderen Törnberichten sehen wird.
Zu Wismar siehe auch die Berichte:
Tag 2: Mittwoch, 30.6. - Los Geht's
Wie auch immer, "gnadenlos" machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Beim Auslaufen passieren wir wieder einmal mehr die Werftanlage und staunen über die "Dicke Nase" des dort gebauten Frachters. Weiter unten gibt's auch noch ein paar Bilder dazu. Die Dimensionen sind umso mehr beeindruckend, wenn man die Krananlagen im Verhältnis zu den Meeres-Elefanten sieht oder einen Blick durch das "Scheunentor" in die Werftanlage wirft. Wer genau hinsieht, entdeckt drinnen noch einen halben Ozeanriesen Raus aus Wismar klappt's noch ganz gut mit dem Wind, in der Wismarer Bucht verlässt er uns dann aber doch. Bei 2-6 Knoten ist einfach nicht mehr schön segeln ;-). Also werfen wir für zwei Stunden die Maschine an. Als wir dann, weitaus später als gehofft vor Kühlungsborn die verbleibende Strecke checken, entscheiden wir uns, Warnemünde für dieses Mal fallen zu lassen. Schließlich soll es Urlaub und kein Machtkampf sein: Ergebnis: Kühlungsborn genügt uns auch. In Kühlungsborn ist in den vergangenen Monaten seit meinem letzten Besuch derweil viel passiert: Der Hafenmeister "besitzt" mittlerweile ein regelrechtes "Terminal". Eine große Halle mit mediterranem "Marina"-Flair und einer nahezu monströsen Empfangstheke begrüßt den einfachen Skipper beim Betreten des "Salons". Gleich "steuerbord" hängen an der Wand einige Flachbildschirme mit den aktuellen Wetterinformationen. WOW! Mir klappt der Kinnladen runter. Sowas habe ich in den Ostseehäfen weder bisher gesehen, noch erwartet. Doch nicht nur die Optik ist bemerkenswert sondern auch der Service. Auf der Theke liegen A4-große Ausdrucke der Wettervorhersagen.
Alles-in-allem bietet uns das Hafengelände auch noch Sitzgelegenheiten und Holztischen für einen super Abend im Hafen: Tomaten und Mozarella, handgeschnitzte Pommes, gegrillter Rotbarsch, Dorsch und Lachs. Zudem noch haufenweise nette Leute ringsherum. Am Nebentisch sitzt ein Berliner Pärchen, das so viel Fisch gefangen hat, das alle anderen auch noch was abbekamen.
Im Anschluss an den Sonnenuntergang löschen wir den Grill mit Ostsee-Wasser und tragen unsere Sieben Sachen wieder zurück an Bord. Dort wird der herrliche Tag abschließend mit einem Fläschchen harmonischen Roten begossen. Während dessen heißt es draußen: Über allen Boxen liegt Ruh'!
Tag 3: Donnerstag, 30.6. - Ab nach Fehmarn
Gesagt, getan. Also los geht's, immer im Mix zwischen Schmetterling und raumschotem Kurs lassen wir uns Richtung Fehmarn schieben. Für unseren Kurs nach Fehmarn ist der Wind so gut, dass wir darüber nachdenken, möglichst nicht direkt heimzukommen. Wir entscheiden uns auf etwa halber Strecke kurzer Hand für einen abschließenden Törn rund Fehmarn, also nördlich vorbei. Am Ende des Tages wollen wir dann in Orth festmachen. Der letzte Schlag nach Süden, also an der Westküste Fehmarns, zieht sich dann aber doch noch beträchtlich hin, da wir hier kreuzen müssen. Zum Glück hat der Wind zugelegt: Mit einer gute 5 geht's gegen an und die Orther Bucht werden wir wohl noch vor Sonnenuntergang erreichen.
Tag 4: Freitag, 1.7. - Heimwärts
Was bleibt am Ende eines solchen Törnberichts zu sagen? Keine Abenteuer erlebt - ob das gut oder schlecht ist, darüber kann man streiten. Auf jeden Fall war "einfach alles gut"! Ein Super Törn, bis zum nächsten Mal! * Die Hafeninfos beziehen sich auf unsere Segelyacht mit 9,80m Länge im Jahr 2005. Einige Häfen wollten auch noch eine Breitenangabe, weil die Quadratmeterzahl als Berechnungsgrundlage herangezogen wird.
Stand: 29.10.05 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||