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Nach Faldsled und zurück
Zuerst soll es die Schlei hinab (sagt man eigentlich "hinab" ei einem Ostsee-Arm?) zur Ostsee gehen. Von dort straks nach Norden, vorbei an der schönen, dänischen Insel Ærø an die Südwestküste Fünens. Dort liegt - verborgen in einer tiefen Bucht - der verträumte Hafenort "Faldsled", der laut Hafenführer neben der verträumten Lage auch noch beste Europäische Küche zu bieten haben soll.
Unsere beiden neuen Kandidaten Winnie und Horst sehen noch völlig unverbraucht aus. Na! das wird sich bald ändern. Wir werden schon noch an Euch arbeiten ;-) Die restliche Besatzung (Michael, Alex und meiner einer) ist schon ein paar Tage unterwegs. Wer uns kennen lernen will, schaut einfach mal in den oben bereits erwähnten Törnbericht. Vom letzten Törnbericht haben wir übrigens noch eine "Altlast": siehe nächster Absatz!
Ostsee-Rätsel
Grübeln, denken, auflösen - und wenn Ihr's gar nicht schafft, dann einfach am Ende dieses Törnberichts die Lösung nachlesen.
Tag 4: Montag, 16.5. - Anreise Nach der Anreise, verabschieden der vorherigen Crew-Mitglieder und dem Verstauen aller Utensilien machen wir uns erst einmal auf zu einem Stadtbummel durch Deutschlands kleinste Stadt. Da einige von uns hier einige Sommerferien als Teenager verlebt haben suchen wir aus traditionellen Gründen die "Schleiperle". Ein kleines Restaurant, in dem schon mein "Mütterchen" ihren "Pharisäer" getrunken hat.
Direkt vom kuscheligen Sofa in der Schleiperle bewundern wir den herrlichen Ausblick. Hier begegnet uns die norddeutsche Romantik pur. Herrlich! Der kleine Abstecher von der Ostsee in die Schlei hat sich mehr als gelohnt.
Zur Krönung des Tages hält Winnie allerdings noch eine Überraschung parat: "Anleger" mal andersMit dem
traditionellen "Anleger" wartet eine überaus gelungene Überraschung auf uns:
Winnie packt seinen Rucksack aus. Was kommt zum Vorschein? Frisch aus
Brasilien importierter weißer Rum, brauner Zucker, gesundes frisches Obst:
Limonen, Strohhalme und ein kleiner Holz-Stößel - was soll das wohl?
Tag 5: Dienstag, 17.5. - Los geht's oder weiter?
Zunächst geht es die
Schlei hinauf, bis zur Brücke bei Kappeln. Dort wird zunächst mal
festgemacht und gefrühstückt (Skipper an Deck, Crew darunter):
Nachdem wir die Schlei hinter uns gelassen
haben, geht es gleich in Richtung Nord.
Unterwegs setzt Horst seine neu erworbenen Erkenntnisse in Sachen Leinen "aufschießen" um: Der Weg nach Ærøskøbing ist auch noch mal spannend, denn hinter uns zieht eine Schlechtwetterfront heran. Auf den folgenden Fotos kann man deutlich die Regenschauer aus der Wolke erkennen. Zu unserer Freude zieht die Front knapp an uns vorbei und regnet über dem Land ab. Schließlich folgen wir der Fähre, die ebenfalls Ærøskøbing ansteuert. Wer unsere Reise verfolgen will, kann
einfach den Rollbalken verschieben und die Bilder ansehen: Die Ansteuerung nach Ærøskøbing ist eine schicke Sache: Zunächst ist dänisches Tonnensuchen angesagt und anschließend führen uns Richtmarken genau auf die Hafeneinfahrt zu - eigentlich markieren sie jedoch den Fährhafen. Eigentlich ist die Ansteuerung jedoch noch viel einfacher: Direkt auf die Kirchturmspitze zu halten, dann klappt's auch mit dem Hafen.
Ærø - Auf der Suche nach Aboriginees
Die kleine vorgelagerte Insel (eigentlich nur eine
bewachsende Sandbank ;-) sieht im Abendlicht bewundernswert friedlich aus: Unmittelbar nach dem Festmachen, schnallen wir uns unsere Kameras um den Gürtel und machen uns auf den Weg zur Fotosafari durch die Stadt - bevor die letzten Sonnenstrahlen verlöschen. Immerhin ist Ærø über die dänischen Landesgrenzen hinaus dafür bekannt, malerisch und romantisch zu sein. Allerdings grenzt dies schon an ein Atmosphäre, die der Besucher für unwirklich hält. Während wir durch die Straßen bummeln, suchen wir verzweifelt nach Anzeichen einheimischen Lebens. Wir haben eher den Eindruck, dass es sich um eine Inszenierung für den wassersportlichen Touristen handelt. Wer uns nicht glauben will, wandere einfach mal mit uns, die nachfolgenden Bilder sprechen für sich.
Wieder zurück an Bord, kümmern wir uns um unser leibliches Wohl. Heute hat sich Michael bereit erklärt, den Smutje zu geben. Jedoch ohne Gnade spannt unser Kumpel erst einmal alle Crew-Mitglieder zum Mitmachen nein. Das Ergebnis lässt sich jedoch nicht nur sehen sondern auch schmecken:
Und zur abschließenden Krönung des Tages ist es dann so weit:
Tag 6: Mittwoch, 18.5. - und weiter geht's
Eine gestärkte und energiegeladene Crew verlässt am leuchtenden Vormittag den Hafen von Ærøskøbing um auf große Fahrt zu gehen und Abenteuer zu erleben (von li. nach re.: Axel, Horst und Winfried). Die (mikroskopisch kleinen) Abenteuer lassen nicht lange auf sich warten: Während wir den Hafen von Ærø hinter uns lassen begegnen wir Spannendem und Rätselhaftem:
Landzungenbewohner:
Nach dem Anlegen steht eine strahlende Crew wieder fest mit den Füßen auf dem Boden - dieses Mal in Marstal. Einem ehemals, sehr bedeuten Hafen für die dänische Berufsschifffahrt. Hier machten neben Fischern auch 'zig Handelsschiffe fest.
Im Jachthafen selbst ist noch einmal Obacht angesagt, da die Wassertiefe generell sehr knapp bemessen ist und auch noch zwischen den einzelnen Stegen stark variiert. Besonders problematisch ist es, wenn der Wind einige Tage konstant und deutlich aus Nord-West geblasen hat. Da hat schon so manch einer sicher festgemacht und am kommenden Morgen im Schlick fest gesessen (siehe auch Törnbericht "Pfingsttörn 2003").
Das schreckt uns allerdings weniger, und so machen wir uns auf den Weg, das Land zu erkunden. Vielleicht wird es uns ja hier gelingen, ein paar Aborigines zu finden ;-) Nachdem wir uns bis in das Stadtinnere "durchgeschlagen"
haben, entdecken wir auch einen Übersichtsplan.
Ok, ok, also verlassen wir uns weiterhin auf unseren Instinkt und Orientierungssinn. Zumindest ist hier ja nichts so groß, dass wir uns verlaufen werden. Das Wichtigste finden wir auf dem Rückweg zum Hafen: Eine urige Kneipe mit einem extrem netten Hinterhof. Wie wir mittlerweile festgestellt haben, sind ohnehin die dänischen Hinterhöfe fast immer von bemerkenswerter Atmosphäre.
Für alle, die bisher die Bildersammlungen genossen haben, gibt es auch noch aus Marstal ein paar Schnappschüsse zum "durchscrollen". Doch zuvor eine kleine Frage: Von welcher Art ist das Gebäude, in dem wir das nebenstehende Foto geschossen haben? Einfach genau hinsehen, die Frage beantworten und die nachfolgende Bildergalerie durchscrollen. Die Antwort folgt am Ende.
Na, denn - Cheers:
Und wieder geht ein erlebnisreicher Tag zu Ende:
Tag 7: Donnerstag, 19.5. - heimwärts Heute wartet auf uns ein langer Schlag: Der Weg nach Haus - Richtung Fehmarn. Sieben Stunden, so unsere Minimum-Kalkulation. Das heißt: Früh' raus, los und ab die Post.
Schließlich lassen wir die Küste der Insel
Ærø hinter uns. Den Besuch war sie alle Male wert.
Der lange Schlag rüber an die deutsche Ostseeküste wird uns nun eine Weile in Beschlag nehmen. So stellen wir uns darauf ein, den Tag nicht nur mit segeln, sondern auch mit der erforderlichen Nahrungsaufnahmen zu verbringen. Zuerst plündern wir die süßen Bord-Bestände. Da war doch noch irgendwo so was wir Rosinenstrudel oder etwas ähnliches?
Schließlich erreichen wir, rechtzeitig zum Sonnenuntergang, Heiligenhafen. Das die Segelsaison nun endgültig korrekt begonnen hat, erkennen wir auch schon von ferne: Am Mastenwald des Heilighafeners Jachthafen.
Zum Abschluss des Tages soll noch eine besondere Überraschung auf uns warten: 1881. Nein, das ist kein Aquavit oder eine andere Flüssigkeit mit Umdrehungen, sondern eine kleine gastliche Stätte in Heiligenhafen. Wir hatten uns vorgenommen, unsere eigene Küche kalt zu lassen und dort zu speisen. Die Überraschung war das gelungene Büffet dass dort auf uns wartete. Lag es nun am Donnerstag oder an der Tatsache, dass dort ein Segelclub das Ende ihrer Pfingstregatta feierte. Egal, Hauptsache wir waren versorgen. Und das war mehr als wir je erwartet hatten. Wir konnten uns "knubbelig" essen an Fisch, Fleisch und Beilagen - kurz: ein würdiger Abschluss für einen Pfingsttörn.
Tag 8: Freitag, 20.5. - Schluss - Ende - Aus Heute ist unser letzter Tag, wir verlassen Heiligenhafen, nur um den kurzen schlag rüber zur Insel Fehmarn und dort in den Hefen "Burgtiefe" am Südstrand zu machen. Kein großer Akt für Segler, die wie wir "die halbe Ostsee (*** scherz ***) durchpflügt haben. Da wir neben den üblichen Törn-Abschlussaktionen wie "Diesel bunkern", "Klar Schiff machen", etc. auch noch eine ca. 4-5 stündige Autoahrt vor uns haben, legen wir zeitig ab:
Der Blick zurück auf den Jachthafen von Heiligenhafen mit den imposanten Apartement-Blöcken im Hintergrund steht im starken Kontrast zu der vorgelagerten Halbinsel, die von Möwen umschwirrt, geradezu malerisch unwirklich wirkt:
Dem üblichen Weg durch den Fehmarnsund (unter der berühmten Brücke) zeigen uns schon sehr frühzeitig die Hochhäuser des Fehmarner "Südstrands" die korrekte Richtung an. So hässlich diese Bausünden der Siebziger bei näherer Betrachtung sind, so hilfreich sind sie bei der Navigation:
Tja - aus und vorbei - für dieses Mal. Gönnen wir uns zum Schluss nur noch mal einen genialen "Anleger":
Prösterchen! - Bis zum nächsten Mal!
* Die Werte zu den Hafeninfos beziehen sich auf unsere Segelyacht mit 9,80m Länge. Einige Häfen wollten auch noch eine Breitenangabe, weil die Quadratmeterzahl als Berechnungsgrundlage herangezogen wird.
RätselauflösungWer hätte das gedacht?
Nachtrag vom 24.11.2005
Mit freundlicher Erlaubnis dürfen wir noch folgendes Bild
aus dem Netz ablichten: Ein echter (und der tatsächlich letzte!)
Heringszaun - steht der eigentlich unter Denkmalschutz? Quelle: http://www.flensburger-foerdeland.de (Touristinfo Steinbergkirche)
Karin Matthiesen hat uns mit der Genehmigung zur Veröffentlichung
noch folgenden
Wenn das nichts für unseren nächsten Törn ist!
Stand: 29.11.05 |
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