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Rund Falster und Lolland im Mittelmeer*
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Was
bedeutet das: Ein Törn in der Hauptsaison auf der Ostsee? Für
jemanden, der seit Jahren nur in der Vor- oder Nachsaison segelt und
somit die Ruhe und Einsamkeit der deutschen und dänischen Marinas
gewohnt ist, kann dies doch wohl nur überfüllte Hafenbecken und
Päckchenliegen heißen, oder?
Nun - in diesem Jahr haben wir es ausprobiert.
Das Ergebnis: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
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Startpunkt Warnemünde
| Unsere Anreise in der zweiten Hälfte der
Sommerferien läuft weitestgehend entspannt. In der äußerst mondänen
Marina "Hohe Düne" erwartet uns schon Monika am Parkplatz um uns mit
zum Steg zu nehmen. Hier treffen wir unseren zentralen
Törnpartner: "Sir Henry, M.C." So heißt unsere Yacht.
Nach der Einweisung durch den Vercharterer und dem Einklarieren
machen wir uns auf dem Schiff breit und besprechen anschließend die
möglichen Törnvarianten. Unsere selbst gesteckte Vorgabe: Viel Segeln,
aber sich nicht übernehmen. In der engeren Wahl haben wir zwei
Varianten:
 | Kopenhagen und drum herum |
 | Rund Falster und Lolland |
Kopenhagen haben wir letztendlich aus dreierlei
Gründen "vertagt": zwei von uns waren schon dort, die
Strecken schienen uns dann doch ein wenig zu intensiv, insbesondere für
unseren Maat Henrik mit seinen fünf Jahren und es würde vermutlich in ein reines "Hin- und Hersegerln" ausarten. Dagegen
erschien uns die Variante zwei doch die entspanntere und zudem
Abwechslungsreichere zu sein. Vor dem
Einbrechen der Dunkelheit machen wir noch einen Probeschlag vor der
Hafeneinfahrt. So checken wir sowohl das Schiff, die Segel als auch
das Zusammenspiel der Crew. Mit einer Überraschung am Ende: |
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Würdige Begrüßung:
Bei unserem Probeschlag vor dem Hafen wird ein Feuerwerk
auf der offenen See gezündet:

Und vor dem Schlafengehen sehen wir
noch eine weitere Besonderheit:
Einen beleuchteten Spinnaker über dem Horizont (liebe Grüße an
Monika;-):
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Hesnæs statt Klintholm
| Unser erstes Ziel sollte Klintholm
werden, da wir bis dahin noch beide Törnoptionen offen halten können. Nachdem wir allerdings 40 sm bei halbem Wind und satter Welle
hinter uns hatten, wurde deutlich: Das ist mehr als genug für den
ersten Tag. Somit hieß es: Abkürzen und in Hesnæs an Land.
Perfekte Entscheidung: Uns erwartete ein nahezu leerer Hafen. Zwar
mit sehr einfacher Infrastruktur, dafür aber dem urtümlichen Flair
des Fischerhafens und seliger Ruhe im Hafenbecken. Von wegen
Päckchen liegen! Der einzige Störfaktor in der Idylle war der Mief
der Seetangfelder, den uns der Ostwind herüberwehte. |

Hesnæs in seiner geschützten Lage mit den kleinen
Sandstein-Klippchen in der Bucht. |
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Durch den Grønsund nach Westen
Der
Grønsund bildet von Osten die Öffnung zum Småland-Fahrwasse, das es
uns erlaubt, nördlich der Inseln Falster und Lolland nach Westen zu
segeln. Das Småland-Fahrwasser selbst zeichnet sich durch eine
eigene kleine Inselwelt aus: Verträumt, einsam, einmalig.
Ein netter, älterer Holländer, den wir in Hesnæs
sprachen, wollte sich auf den Weg nach Vordingborg machen. Ein Ort, den
wir uns ebenfalls vorgenommen hatten, falls wir nicht mehr so viele
Meilen fressen wollen. Ansonsten sollte unser Ziel Femø sein. Laut
Hafenführer eines der ganz weit vorne liegenden Ziele für Fahrtensegler.
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Stopp-1: Femø
Gut, gut, nach unserer Erfahrung in Hesnæs wird es ja
wohl nicht zu voll werden. Denkste: Schon beim Anlaufen des Hafens
finden wir in der Bucht davor fast 10 Ankerlieger - das lässt nichts Gutes ahnen.
Und richtig: Der Hafen platzt aus allen Nähten. Und hier treffen wir
dann auch nach allen netten Menschen den ersten Segelstoffel: Der
einzige Platz im Hafen, wo man noch im Päckchen festmachen könnte wird
von einem wohlgenährten Herrn mittleren Alters mit seiner 39 Fuß Yacht
belegt, die sich dadurch auszeichnet, dass drei Fender provokativ an
Deck liegen, anstatt außenbords zu hängen. Die direkte Anfrage "dürfen
wir hier festmachen" wird mit schweigendem Kopfschütteln beantwortet.

Stopp-2: Fejø
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Lieber
Stoffel, letztendlich müssen wir Dir dankbar sein. Denn das hat dazu
geführt, dass wir uns nach einem weiteren Hafen umgesehen haben.
Was
auf den ersten Blick jedoch spannend war. Denn mittlerweile war es
Abend und uns blieb nicht mehr viel Zeit bei Tageslicht einen Hafen
anzulaufen. Also: Ein Blick in die Karte und nachsehen, welche Häfen
in unmittelbarer Nähe liegen. Ergebnis: Fejø - nur wenige Meilen
südwestlich scheint optimal geschaffen.
Die Ansteuerung ist allerdings auch nur bei Licht möglich, denn auf
dem Weg dorthin gilt es eine enge Schneise zwischen zwei Untiefen zu
passieren.
Der Hafen lässt die Ankerlieger vermissen, ein gutes Zeichen!
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Ein
wenig nachdenklich stimmt uns allerdings das Wrack eines gestrandeten
Kutters kurz vor der Hafeneinfahrt - Ok, ok, wir halten uns also
besser an die Betonnung.
Der Hafen selbst ist gerappelt voll, es gibt allerdings - wie für uns gemacht
- noch ein Plätzchen kurz hinter der Einfahrt.
Gleich am Kai, fünf Meter neben unserem Schiff
lädt ein Tisch zum Abendessen ein. Hier grillt uns Matthias ein
vorzügliches Mahl, das wir im Licht der untergehenden Sonne
genießen.
Nochmal Danke, Stoffel ;-)
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Alle Anzeichen eines entspannten Tagesabschluss:

Matthias - The Grillmeister himself -
Dietmar, der Geschichtenerzähler

Ein Teller
- Henrik, der
Pirat
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Stopp-3: Vejrø
Am nächsten Tag stehen für uns zwei weitere Inseln auf
dem Programm. Nach einem kurzen Stopp auf dem nahe gelegenen Vejrø soll
es nach Omø gehen, ebenfalls einem beliebten Ausflugsziel für
Fahrtensegler.
Vejrø überzeugt uns trotz der immensen Hafengebühren von sage
und schreibe €50,- dort zu bleiben: Der ursprünglich geplante kurze
Spaziergang über die Insel lässt uns dem Charme dieses dänischen
Eilandes erliegen. Die Insel, die heute in Privatbesitz ist, zeichnet
sich durch ihre Ursprünglichkeit aus. Die Besitzer haben sich zum Ziel
gesetzt, mit ökologischem Schwerpunkt ein sauberes Stück Natur zu
erhalten. Hier gibt es keinen Straßenverkehr und die Insel wird nicht
einmal von einer Fähre angefahren.
Der sonnige Mittelmeerhimmel, das warme Wasser und der
lange Sandstrand tun ihr Übriges um uns einzufangen.
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Die Nachbargäste baden im sauberen Hafenwasser
während es bei uns heisst: Wenn der Vater mit dem Sohne:


Während Henrik sich zur Ruhe gebettet hat begutachten andere
Crewmitglieder die örtlichen Rahmenbedingungen: Der originelle
Gastraum mit dem angeschlossenen kleinen und liebevoll
eingerichteten Laden ist
ein weiteres Argument den abendlichen "Absacker" nicht auf einer
anderen Insel zu genießen.
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Henrik spielt im "Wohnzimmer" mit dem Sandspielzeug, dass uns die
Wirtin gegeben hat ...
... während bei "den Großen" andere Prioritäten
gesetzt werden ...

... vor dem offenen Kamin - natürlich!
Eine würdige Krönung des Tages. |

Gute Nacht, Sir Henry
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Abkürzung nach Langeland

Ein letzter Blick auf Vejrø
Da wir uns gestern nicht mehr nach Omø bemüht hatten, streichen wir aus
Zeitgründen diese Insel von unserer Liste und segeln direkt nach
Spodsbjerg auf Langeland. Hier finden wir eine etwas größere Marina vor,
die allerdings nichts von Hochsaison verspüren lässt.

Hier sieht es nach dem El Dorado für Angler aus, das zudem noch fest in
deutscher Hand ist. Selbst die Schilder im Schaufenster des ansässigen
Ladens für Angelbedarf enthalten mehr deutsch als dänisch.

Links: Quallenkolonie im Hafenbecken, Rechts: Dänische Grillstation, für
jede Crew das eigene Rost

Unser Pirat in seinem eigenen Schiff 
Ein letzter langer Schlag
Da die Wetteraussichten nach etwas mehr Wind und Unbeständigkeit
aussehen ist unser Ziel für den vorletzten Tag, so viel Strecke in
Richtung unseres Heimathafens gutzumachen wie möglich. Wenn es uns also
gelingen sollte, wollen wir Kühlungsborn ansegeln, mit 60sm in direktem
Weg ein sportliches Ziel.
Zunächst bringen uns die Segel nach Süden. Bei fast 2
Knoten Strom gegenan
zieht sich das ganz schön hin. Am Ausgang des Großen Belts geht es dann
nach Südosten - unglücklicher Weise dorthin, wo der Wind her kommt. Also weiter gegenan. Das tun wir heute
mal sehr unseemännisch per Maschine. Da wir durch Kreuzen die Strecke
extrem verlängern würden.
Die Kreuzseen am Ausgang des Großen Belts sind
sehr hässlich und es ist eine echte Herausforderung, nicht immer wieder
festzustampfen.
Nach guten 2 Stunden setzen wir wieder die Segel
und fahren hoch am Wind, der zu unseren Gunsten auf Nordost dreht. So
gelingt letztlich der lange Schlag ohne zu kreuzen. |
Ganz
am Rande sind wir dann noch unter die Erfinder gegangen: Die
angebändselte Kaffeetasse erlaubt das Frühstücken an Bord auch bei
rauerer See ;-)Vor dem Erreichen des Hafens
verabschiedet sich die Sonne von uns und begibt sich hinter dem
Horizont zur Ruh'

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Das "alte" Kühlungsborn trumpft mit einer
Sommer-Feier-Jubel-Ferien-Stimmungs-Kulisse auf:

Gegen 22:00
bergen wir die Segel um dann unter Maschine in den Hafen einzulaufen.
Mit tatsächlichen 70sm Fahrt durchs Wasser.
Schließlich entern wir den Hafen: Hallo!?! Was ist denn hier los? Ausgerechnet der größte
Hafen unserer Rundreise ist gerappelt voll. Alle Stege/Boxen sind
offensichtlich belegt. Nein, ganz am Ende, an der Außenmole finden wir
noch eine Nische, gleich neben einem netten Motorboot-Yachti, der uns
beim Anlegen behilflich ist. 
Kühlungsborn
Am nächsten Tag verstehen wir auch warum es hier so voll ist. Seit
meinem letzten Besuch im Jahr 2006 (siehe Törnbericht "Windiger
Herbst") hat sich wieder viel getan -
Kompliment an die Betreiber der Marina: Hier wird wirklich gelebt. Die
Hafenpromenade strotzt von kulinarischen Lokalitäten und Boutiquen.

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Wir
treffen eine Familie, die mit Ihrer gecharterten Yacht hier "hängen"
geblieben ist - genauer gesagt: Die Infrastruktur, insbesondere auch
die Spielmöglichkeiten für die Kinder, haben sie gelockt. Am Ende der
Charterwoche geht's natürlich noch mal unter Segel zurück - jetzt haben
sie vorübergehend ein Hausboot.
Auf der Molenmauer, die den Hafen vom Strand abgrenzt,
bruzzeln während unserer Anwesenheit die Sonnenanbeter - ziemlich
exponiert.
Wir machen uns derweil auf den Weg, das Land zu
erforschen. |
Ein Bummel über die Strandpromenade lohnt sich allemal.
Erstaunlich sind die zahlreichen, ansässigen Kunstgewerbler:



Kühlungsborn
hat uns, mit seinem mediteranen Flair, am heutigen Tag einen Ausflug
an die nordische Côte d'Azur geschenkt.
Für unseren letzten Tag auf unserem Törn eine
rundweg tolle Sache. Außerdem ein erstaunliches Alternativprogramm
zu der heimeligen, kleinen Inselwelt der vergangenen Tage. |

Quintessenz
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Beim
feudalen Abendessen in der, nicht wirklich günstigen, Marina "Hohe Düne"
resümieren wir den Törn: Die Entscheidung für die Route war absolut richtig.
Der passende Wind wie auch die Sonne haben uns den (positiven) Rest
gegeben. Bis auf einen Tag hatten wir strahlend blauen Himmel. Immer
angenehmen warmen Wind - ein echter Mittelmeertörn.
Abschließend noch ein Dank an die Leute des Vercharterers vor Ort. Sie waren
immer für uns da, hilfsbereit und entspannt. Das hat neben allen anderen
optimalen Rahmenbedingungen dazu geführt, dass der Törn ein echter
Urlaub war.
Einzige Schattenseite war die - zwar nagelneue - aber
sehr mager ausgestattete Segelyacht. Nicht einmal ein Kartoffelschäler
war an Bord. Für mich heißt das, die geneigten Leser werden demnächst
auf dieser Website eine Checkliste für Charterkunden finden.
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Zugabe
Es gibt
Grund zu Freude: Das war noch nicht alles zu diesem Törn.
Monika und Henrik haben noch einen erfrischenden
Nachtrag für uns,
einfach hier klicken:
Bildschirmhintergund
"Sonne vor Kühlungsborn"
(mit der rechten Maustaste
anklicken und
"Ziel speichern unter..." wählen - oder
anklicken und
das dann geöffnet Bild gleich: "Als
Hintergrund")

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* Mittelmeer? Nein, keine Sorge: Nicht, dass der geneigte Leser denkt, die
dänische Südsee sei nun auf Grund der Klimaverschiebung auch geografisch
gewandert. Mitnichten - es war nur wie im Mittelmeer ;-)

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Stand:
25.08.08
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